Ergotherapie, was ist das?

Erzählt man Verwandten, Freunden oder Bekannten, dass man eine Ausbildung als Ergotherapeutin macht, erscheinen auf den meisten Gesichtern riesen große Fragezeichen. Viele können den Beruf wenigstens der sozialen Schiene zuordnen, andere Fragen direkt, ob es so etwas ähnliches sei wie Physiotherapie. Eine Frage, die man als (angehende) Ergo nicht besonders gerne hört. Deshalb möchte ich den heutigen Welt-Ergo-Tag dafür nutzen, euch als erstes zu erklären was Ergotherapie denn nun ist?!

Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.

Das ist die Definition des Deutschen Verband der Ergotherapeuten (DVE 08/2007) und fasst wirklich in nur wenigen Sätzen zusammen, was wir als Ergotherapeuten in unserem Beruf leisten und wo unsere Zuständigkeitsbereiche liegen. Damit es für euch noch klarer wird, habe ich die Bestandteile der Definition für euch einmal auseinander genommen und erläutert.

Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind.

Ergotherapie ist ein sehr breit gefächerter Berufszweig, denn wir arbeiten mit groß und klein, alt und jung. Neugeborene, Kleinkinder, Schulkinder, Teenager, junge Erwachsene, Erwachsene, Senioren … beim Alter macht die Ergotherapie keine Ausnahmen.

Desweiteren arbeiten Ergotherapeuten hauptsächlich mit Menschen zusammen, die in ihrem Alltag nicht mehr den Tätigkeiten nachgehen können, die sie sich wünschen würden. Damit sind zB. Menschen nach einem Schlaganfall gemeint, aber auch Betroffene von Krankheiten wie MS oder ALS. Auch Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten, Menschen mit Behinderung oder Menschen nach einem (Auto-)Unfall sind unsere Patienten. Auch hier ist die Ergotherapie breit gefächert, denn das sind noch lange nicht all unsere Tätigkeitsgebiete, diese möchte ich euch im Laufe der Zeit unter dem Thema Berufswelt vorstellen.

Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken.

Hier ist vor allem der Abschnitt für sie bedeutungsvoller Betätigungen hervorzuheben, denn unsere Therapie richtet sich vor allem auf die Bedürfnisse und Wünsche des Patienten (Im Übrigen wird bei mir an der Schule der Patient lieber als Klient bezeichnet, falls ich in dem ein oder anderen Beitrag mal von Kleinten spreche, wisst ihr Bescheid). Es geht dabei wirklich viel um die Fragen „Was möchte der Patient? Was ist ihm wichtig?“

Muss der Patient sich im Haushalt selbst versorgen, beispielsweise Brot schmieren können, hat aber eine Beeinträchtigung im rechten Arm, so wird in der Therapie der Fokus darauf gelegt, dass er in der Lage ist mit nur einem Arm/einer Hand Brot zu schmieren. Aber auch andere Betätigungen wie Treppen steigen, Fahrrad fahren, Walken, Joggen, Wandern und und und.. können Bedürfnisse oder Wünsche des Patienten sein, die in der Therapie dann beübt werden oder aber alternative Möglichkeiten gefunden werden.

Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.

Bei diesem letzten Abschnitt liegt der Fokus dann auf den Behandlungsverfahren, die dazu dienen dem Patienten Handlungsfähigkeit zu ermöglichen, wieder zu geben oder neu zu erlernen. Man könnte quasi behaupten, dass hier drin der Schlüssel der Ergotherapie liegt. Auch hier gibt es wieder eine Vielzahl an möglichen Therapien, Übungen, Aktivitäten und Hilfestellungen. Das Ziel ist hier wirklich die bestmögliche Therapie zu geben, damit der Patient seinen Bedürfnissen in Alltag und gesellschaftlicher Teilhabe nachgehen und so seine Lebensqualität verbessern kann.

Ich hoffe euch ist nun ein Stück weit klar geworden, was Ergotherapie ist. Falls ihr noch Fragen habt, dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar 🙂 Im nächsten Beitrag beschäftigen wir uns dann mit der Geschichte der Ergotherapie – wo kommt sie überhaupt her?

2 Comments

  1. Hallo Aileen,
    willkommen in meiner Berufswelt 🙂
    Vielen Dank für dein Engagement, die Ergotherapie näher zu erklären und zu zeigen, was wir tun.

    Viel Erfolg bei deiner Ausbildung, aber vorallem auch -ganz viel Spaß!

    LG Anne

    1. Vielen Dank für deinen lieben Kommentar, Anne 🙂 Ich hoffe, dass viele Berufsinteressierte ihren Weg hier her finden & so den Beruf für sich entdecken 🙂

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